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Googles Spam-Update vom August trifft Massentexte

Vom 18. bis 21. August lief Googles Spam-Update, die dokumentierten Verlierer sind Websites mit tausenden automatisch erzeugten Unterseiten. Was das für Ihre Projekte heißt und worauf es beim Schreiben ankommt.

Von Emad Javid Tab Pasand

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Am 18. August 2026 um 12:30 Uhr Ostküstenzeit begann Google mit dem Ausrollen des August 2026 Spam Update, am 21. August war es nach zwei Tagen und 16 Stunden abgeschlossen. So steht es im Search Status Dashboard. Google selbst nannte es ein „normales Spam-Update“ für alle Sprachen und Regionen, nachzulesen bei Search Engine Roundtable. Das klingt unspektakulär. Die Fallstudien, die seither veröffentlicht wurden, sind es nicht.

Wer verloren hat

Der SEO-Berater Glenn Gabe hat am 31. August vier Fälle aus seiner Beratungspraxis dokumentiert. Eine Seite in einer Gesundheits- und Finanznische verlor die Sichtbarkeit für über 200.000 Suchanfragen; ihre Inhalte waren programmatisch erzeugt und vollständig KI-geschrieben. Eine Affiliate-Seite mit Amazon-Links, 97 Prozent KI-Wahrscheinlichkeit im Text, verlor 14.000 Suchanfragen. Eine dritte hatte 1,5 Millionen Seiten im Index, 85 Prozent davon automatisch erzeugt mit minimalem Unterschied zueinander. Das Muster ist immer dasselbe: viele Seiten, wenig Substanz, kein Mensch, der für den Inhalt steht.

Google nennt das in seinen Spam-Richtlinien „scaled content abuse“ und führt als Beispiel ausdrücklich „generative KI-Werkzeuge einzusetzen, um viele Seiten ohne Mehrwert für Nutzer zu erzeugen“ an. Das ist keine neue Regel, sie steht seit März 2024 dort. Neu ist, dass die automatische Erkennung offenbar besser geworden ist und im August ganze Domains erwischt hat.

Was das für Ihre Projekte bedeutet

Erst einmal: wenig. Die Website einer Zahnarztpraxis mit zwölf Seiten ist kein Ziel dieses Updates, auch wenn eine der zwölf Seiten mit Hilfe eines KI-Werkzeugs entstanden ist. Google bewertet nicht, ob ein Text von einer Maschine kommt, sondern ob er für den Leser nützlich ist und ob jemand die Website in Masse aufgebläht hat. Das hat Google im Februar 2023 so formuliert und seither nicht zurückgenommen; die Spam-Richtlinien sprechen von Umfang und Zweck, nicht von der Herkunft des Textes.

Zwei Dinge sollten Sie trotzdem in der Search Console prüfen, wenn eine Website seit Ende August weniger Besucher hat. Erstens, ob der Rückgang am 18. oder 19. August begann; ein Einbruch an einem anderen Datum hat eine andere Ursache. Zweitens, ob unter „Sicherheit und manuelle Maßnahmen“ ein Eintrag steht. Ein Spam-Update arbeitet automatisch, eine manuelle Maßnahme wird von einem Menschen bei Google verhängt und muss nach der Korrektur per Antrag aufgehoben werden.

Genauer hinsehen sollten Sie bei einer Struktur, die in den letzten Jahren häufig gebaut wurde: eine eigene Seite für jede Leistung in jeder Stadt im Umkreis. Ein Dachdecker mit 15 Leistungen und 30 Orten hat dann 450 Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden. Das ist das Muster aus den Fallstudien, nur kleiner. Wo es so eine Struktur gibt, ist jetzt ein guter Moment, sie zurückzubauen: eine Seite je Leistung, eine Seite je Standort, an dem es den Betrieb wirklich gibt, und die Orte im Umkreis als Fließtext auf der Leistungsseite. Die alten Adressen bekommen eine Weiterleitung auf die neue Seite.

Ähnlich ist es mit Blogs, die jede Woche einen automatisch erzeugten Beitrag zu einem allgemeinen Thema („Fünf Tipps für die Badsanierung“) veröffentlichen, den niemand gelesen hat. Zwanzig solche Beiträge fallen vermutlich nicht auf, zweihundert schon. Und keiner davon bringt eine Anfrage, weil er nichts sagt, was nicht schon hundertfach im Netz steht.

Worauf es beim Schreiben ankommt

Das Problem ist nicht das Werkzeug, sondern der fehlende Mensch. Ein guter Text über die Wärmepumpe, die ein Handwerksbetrieb letzte Woche in einem Altbau von 1962 eingebaut hat, entsteht aus dem, was der Betrieb weiß: Zahlen, Orte, Zeiträume, echte Probleme. Ob beim Formulieren ein Werkzeug hilft, ist zweitrangig. Erfinden lässt sich dieser Inhalt nicht, ohne dass es auffällt.

Für die nächste Seite oder den nächsten Beitrag heißt das: zuerst aufschreiben, was man wirklich weiß. Jeden Text vor der Veröffentlichung lesen, streichen, was man so nicht sagen würde, und ergänzen, was fehlt. Nur veröffentlichen, was man einem Kunden am Telefon genauso erzählen würde. Und nach drei Monaten in der Besucherstatistik nachsehen, ob die Seite überhaupt aufgerufen wird. In UnifiedCMS geht das im Studio, ohne Cookies und ohne Dienste von Dritten; wie die Statistik zählt, haben wir beschrieben. Seiten, die nach einem halben Jahr niemand liest, können weg. Weniger Seiten, die stimmen, sind besser als viele, die niemand braucht.

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